_Den übrigen Teil ihres Landbesitzes legte
die Stadt zusammen und erbaute darauf 1830 das Vorwerk Peenemünde. Von
1831 bis März 1833 lebte Johann
Grapentin als Statthalter der Stadt
auf dem Vorwerk. Ab Dezember 1833 bewirtschaftete der Gutspächter Johann
Carl Friedrich Eggebrecht das große
Anwesen. Er züchtete Kühe und hielt
etwa 420 Schafe. An Pacht zahlte er anfangs 800 Taler, später 850 Taler
an die Stadt Wolgast. Nach der damaligen Vermessung umfasste das Vorwerk
ein Areal von 455 ha, 55 a und 70 qm.
Im Jahre 1830 wurde in
Peenemünde, wie überall in Deutschland, feierlich der 200. Jahrestag der
ruhmreichen Landung Gustavs Adolfs begangen. Geplant
war, zu diesem Anlass und ihm zu
Ehren einen Gedenkstein in Peenemünde zu errichte. Leider ist nicht
überliefert, wieso es nicht dazu kam.
Etwa 1830 wurde etwa 50 m vom rechten Ufer des Peenestromes ein Wohnhaus für die Lotsen erbaut. Unweit davon entstand ein Schuppen, in dem die “Lotsenutensilien“ untergebracht wurden.
Etwa 1830 wurde etwa 50 m vom rechten Ufer des Peenestromes ein Wohnhaus für die Lotsen erbaut. Unweit davon entstand ein Schuppen, in dem die “Lotsenutensilien“ untergebracht wurden.
_Im Jahre 1833 erbaute der
Müller Christian Wachtel aus Wrangelsburg bei
dem Dorfe Peenemünde an der
sogenannten Trift eine Bockwindmühle mit einem Mahl- und einem
Grangengang “auf seine alleinige Kosten“ und zahlte
dafür eine Grundpacht von 30
Talern jährlich. Weiterhin war es ihm auch gestattet, sich “daneben ein Wohnhaus zu seinem und seiner Familie Unterkunft und einen Stall zu erbauen.“Durch
den Rezess vom 25.8.1835 wurden die Bewohner von Peenemünde endgültig
Eigentümer ihres bisher der Stadt gehörenden Landes. Im Anschluss
an die Regulierung erklärte
die Stadt Wolgast als Gutsherrschaft zu gemeinschaftlichen Eigentum: 1.
für die alten 8 Büdner eine Wiesenfläche in
der ehemaligen
Bauernpferdekoppel am Kölpiensee von ca. 25 Morgen, 2. für die 14
kleinen Instleute und den Eigentümer des sogenannten
Försterwitwenhauses eine
Weidefläche östlich der Peene am Torfgraben von ca. 87 Morgen und 3. für
die 14 kleinen Instleute eine Wiesenfläche von der
ehemaligen
Bauernpferdekoppel am Kölpiensee von ca. 17 Morgen und die raune
Bruchfläche dahinter von 15 Morgen.
Die Holz- und Torfgerechtsame der Peenemünder Einwohner blieben bestehen und fielen erst aufgrund von Rezessen am 11. März.
Die Holz- und Torfgerechtsame der Peenemünder Einwohner blieben bestehen und fielen erst aufgrund von Rezessen am 11. März.
_
- Da
der Pächter der Meierei Gaatz, Christoph Dahms, im Februar 1832
verstorben war und auch seine Frau nicht mehr lebte, bewirtschafteten
die
Vormünder der
minderjährigen Kinder das Gut. Am 26. April 1836 erschienen vor dem
Land- und Stadtgericht der Dorfschulze Beug. dessen Ehefrau, der
Gutspächter Eggebrecht
und David Dahms. Diesem ältesten Sohn wurde nach seiner Volljährigkeit
das Pachtrecht an der großen und der kleinen Gaatz allein
übertragen. Seine
minorenen (minderjährigen) Geschwister hatten nun keinerlei Anrecht mehr
auf die Pacht.
Nachdem der alte Pastor Grünwald 1838 verstorben war, stellte noch im selben Jahr der Kirchenrat in Kröslin den Gemeindemitgliedern den neuen Pastor Hermann Sjöborg vor. Er hielt dieses Amt 26 Jahre inne, bis er im Jahre 1864 verstarb.
Das der Stadt Wolgast gehörige Vorwerk Peenemünde und die Holländerei auf der Gaatz bei Peenemünde wurden im Juli 1841 für die folgenden 15 Jahre zur Pacht öffentlich neu ausgeschrieben. Es meldeten sich zahlreiche Bewerber, so dass die Auswahl schwer fiel und der Meistbietende den Zuschlag erhielt.
Im April 1842 trat der Pächter Wilhelm Bandt aus Behrenhof seine Pachtzeit auf der Gaatz an. Der ehemalige Holländerei-Pächter Dahms erhielt den Zuschlag die Verpachtung des Vorwerks Peenemünde vom 1. Mal 1842 bis 1857.
Am 23. Juli 1841 trat die “Feuerlöschordnung für das platte Land von Altpommern“ in Kraft.
Nach dem darin enthaltenen Paragraph 20 „sollte in der Regel für jedes Dorf eine fahrbare Schlauch- und Rohrspritze angeschafft werden und in kleineren Ortschaften eine Vereinigung derselben zu Spritzen-Verbänden nachgegeben werden“. Bis zu dieser Zeit besaß fast jeder Einwohner einen Eimer und einen Spaten, so mancher auch eine Leiter. Bei einem Brand rückte damals die gesamte Einwohnerschaft aus, um beim Löschen zu helfen.
Im März 1844 erschien eine öffentliche Bekanntmachung, dass das Königliche Herings-Packhaus neu verpachtet werden sollte. Wahrscheinlich fand sich kein Pächter, denn ein Jahr später. am 3. Mai 1845, kam die Anweisung, dass das Packhaus zu Peenemünde nebst Zubehör mit Grund und Boden öffentlich meistbietend verkauft werden sollte. Als erster Kaufliebhaber meldete sich der Böttcher Warschkow aus Wolgast, welchem der Magistrat die Zusage wegen des Grund und Bodens nicht geben wollte.
Der Vollbauer Peter Beug junior aus Peenemünde hatte in dieser Angelegenheit mehr Glück. Ihm sicherte der Magistrat die pachtweise Überlassung des Grund und Bodens gegen ein jährliches Grundgeld von 2 ½ Talern zu.
In dieser Zeit entstanden auch die ersten Bürgerwehren. Peenemünde verfügte über zwei Abteilungen. Die erste Abteilung wies 63 Mann (übungspflichtig) und die zweite Liste 6 Mann (letztes Aufgebot) auf.
Im Jahr 1849 war Peenemünde eine stattliche Gemeinde mit 511 Einwohnern. Die Zahl der wenigen ursprünglich um den Dorfteich herumgelegenen Häuser war auf 68 gestiegen. Daneben entstanden allmählich andere Gebäude, wie z. B. ein Gebäude für Justiz, Steuer, Polizei und städtische Behörden, ein Gebäude zu geistlichen und weltlichen Zivil- und Kommunalzwecken, eine Mühle und 69 Ställe, Scheunen und Schuppen. Es gab ein Schulhaus, in dem ein Lehrer 48 Knaben und 46 Mädchen unterrichtete.
Die Einwohner gliederten sich im Jahre 1850 wie folgt auf: 18 Bauern, 4 Kossäten, 14 Büdner und 10 Einlieger.
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